Diskussionskodices und die Klasse 5b

Der Kreisverband KA Stadt hat sich einen Diskussionkodex gegeben. Eigentlich eine gute Sache. Anders als die Klasse 5b haben sie allerdings den folgenden Abschnitt mit drinne:

5. Vorurteile abbauen, Stigmatisierung entgegentreten
Wir stecken andere nicht in Schubladen mit „Du bist Nazi“, „Du bist linksextrem“, „Du bist Rassist“. Wir brandmarken nicht andere gegenüber Dritten.

Und darüber sollten sie vielleicht nochmal nachdenken.

Weil: Nein.

Ich möchte keine „Vorurteile“ gegen Nazis und Rassisten abbauen. Ich sehe Nazis und Rassisten und „Linksextreme“ auch nicht gerne in dieser Weise in einem Satz erwähnt. Denn „Linksextreme“ richten sich gegen Zustände (und greifen dabei manchmal daneben) und Nazis und Rassisten richten sich gegen Menschen (und greifen dabei immer daneben). Und ich möchte Nazis und Rassisten bloßstellen, damit es jeder merkt, was das für Leute sind.

Wenn eins dummes Zeug redet, ist es nicht immer zielgerichtet, es gleich in die rechte Ecke zu stellen. Ein ruhiges Wort bewirkt meist mehr.

Offen zur Schau getragenem rassistischen, sexistischen, homophoben Ansichten und Ideologien hingegen – und gezielter Querfrontargumentation mindestens ebenso – muss pirat sogar entschieden entgegentreten. Da möchte ich nichts abbauen. Denn jedes Verständnis ist fehl am Platze und der klare Hinweis mehr als nur gerechtfertigt.

Aber vielleicht entschließt sich der KV KA Stadt ja noch zu einer Formulierung, die ihrer eigentlichen Intention etwas weniger missverständlich Ausdruck gibt. Die Klasse 5b hat gute Vorschläge dafür… 😉

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4 Gedanken zu „Diskussionskodices und die Klasse 5b

  1. Spannende Sichtweise.
    Ich finde aber, dass entschiedenes Entgegentreten keinerlei Schubladen braucht. Wenn eine rassistische Aussage kommt, dann ist jeder angehalten dieser sofort entgegenzutreten und das rassistische daran herauszustellen und zu kritisieren. So dass dem Sender klar wird was denn an seiner Aussage falsch ist. Was aber nicht helfen wird ist eine Reaktion wie „Du bist ein Nazi, weil du rassistische Sachen schreibst“.
    Natürlich gibt es Aussagen über die brauchen wir nicht diskutieren, wenn ganz glasklare Parolen kommen hat sich das Gegenüber disqualifiziert. Aber darum geht es hier nicht. Es geht vielmehr darum, dass solche Schubladen zu leicht aufgemacht werden ohne die wahre Intention des Senders zu kennen. Der Sender hat bei einer sofortige. Stigmatisierung aber gefühlt keine Möglichkeit mehr sich zu rechtfertigen und seine wahren Absichten darzulegen. Deshalb ist uns dieser Punkt wichtig.

    Liebe Grüße
    Marcel (KV Karlsruhe Stadt)

      • …same-old-same-old problem…

        das alte Kommunikationsproblem:

        „Wie setze ich ‚was ich meine und will‘ in Worte, ohne dass irgendwer es missversteht, bzw. mir erfolgreich ‚das Wort im Mund umdreht‘, umdrehen‘ kann…“

        Ergo: Wir sind uns wieder mal einig, dass man zwar ‚das Erlebte‘ (i.e. Gelesene, Gehörte,Gesehene,Gespürte,Gedachte,…) missverstehen KANN (und WIRD), das aber auch weiterhin ein prinzipiell unlösbares Problem bleiben wird, egal wie man’s angeht…
        …angegangen hat — und genau deswegen sollte es deutlich erkennbares Hauptziel eines jeden Piraten sein und bleiben : „Zustände Verbessern “ zu wollen !!

        in diesem Sinne also, geschätzte Mitstreiter, kehre ich zurück zu dem Aktuellen… „Brot und Spiele“

        P.S.: tolle Halftime-Show, diese Red-Hot Chilly Peppers — und ich sah wieder mal, wie Video-Playback auch im ‚richtige Fussball‘ mein Zuschauererlebnis verbessern würde –das ändert aber nicht meine politische Einstellung GEGEN viele Aspekte des Profisports in unserer heutigen Gesellschaft.

        Onwards Through The (not only political) Fog… (und nicht nur im Würmtal !!vv:))

  2. Der Ausdruck „in Schubladen stecken“ (für unsere österreichischen Freunde „schubladieren“ 🙂 sagt eigentlich alles. Es ist falsch!
    Dabei geht es nicht um Gesinnungen, es geht um einzelne Aussagen. Stecke ich jemanden in die „rechte Schublade“, dann geht er auch am Ende dort hin. Er ist weg – für uns.
    Ich habe mal darüber geschrieben.
    http://blogvonthomas.wordpress.com/2013/10/29/der-arzt-der-technische-support-und-die-diskussion-im-social-media/
    Schnelle (Aus)Schlüsse, Verweigerung der Kommunikation und voreilige „Brandmarkung“ sind kontraproduktiv.

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