Über Vertrauen und so. Eine Replik auf Monika.

Eigentlich wolle ich ja nur bei Monika kommentieren, aber das hier hätte dann doch den Rahmen gesprengt, deswegen wird dieses Blog tatsächlich mal benutzt. Die Zitate sind direkt aus →Monikas Artikel und dieser Post kann nicht ohne dessen vorherige Lektüre →gegrokkt werden.

M> Aber [ Initiative 5566 ] wird immer noch von Leuten unterstützt, bei denen ich dachte, sie hätte ähnliche Vorstellungen wie ich von der gleichberechtigten Teilnahme an Liquid Democracy.

Unterstützung, liebe Monika, bedeutet zunächst einmal, dieser Initiative die Chance zu geben, in die Diskussion und in die Abstimmung zu kommen, anstatt sie verhungern zu lassen. Sie ist kein Spam und sie hat den Spamfilter daher auch nicht verdient.

Es ist schade, dass Dein Beitrag, der valide Argumente auf den Tisch bringt, so spät kommt, dass eine Diskussion darüber kaum noch möglich ist, bevor die Abstimmung beginnt. Und in einem anderen Medium, so dass er aus der Initiative heraus gar nicht erkennbar ist. Und dass Du den sachlichen Argumenten noch eins ad hominem hinzufügst.

M> Das ganze hat nur einen Haken, es fehlt die Grundlage, die demokratische Legitimation, die dieser Gruppe Entscheidungen im Bereich XY überträgt.

Eine Gruppe entscheidet sich nach Diskussion dafür, dass sie das Abstimmungsergebnis als ihre Gruppenmeinung betrachtet. Dazu ist sie aus sich selbst heraus ausreichend legitimiert. Und wenn ich die Gruppe kenne oder ihr sonstwie vertraue, warum soll ich nicht an das Ergebnis ihres Diskussionsprozesses delegieren können, so wie ich Dir vertrauen kann und an das Ergebnis Deines Nachdenkens delegieren kann?

Warum siehst Du in der Bildung einer Gruppe gleich das Potential, sie könnte nur zur Tarnung und Verstärkung einer Einzelmeinung konstruiert sein? Ist das nicht das gleiche Misstrauen, das vielleicht ein anderer dem einzelnen Delegierten entgegenbringt, er könne leicht bestechlich sein?

M> Warum vertraut ihr euch nicht einfach?

Oh, ich vertraue. Gerne und viel. An meine geliebte AG Drogenpolitik würde ich z.B. jederzeit delegieren, wenn ich mal nicht mitmachen kann. Aber ich weiß auch, dass jede*r einzelne dort auch mal daneben liegen kann in dem einen oder anderen Punkt. Das ist natürlich und das das ist normal. Und deswegen habe ich In die Entscheidung dieser Gruppe (noch) mehr Vertrauen, als in jedes einzelne Mitglied.

Und der Initiator von i5566 wünscht sich lediglich, dass er dergleichen auch im System zum Ausdruck bringen kann.

M> Dieses Misstrauen wächst meiner Ansicht nach aus Angst, Angst, dass andere mehr Entscheidungskraft besitzen, als man selbst.

Meiner Ansicht nach haben viele Piraten das Gefühl, dass die Verteilung der Entscheidungskraft im heutigen Liquid… na sagen wir… etwas anders ist, als der Gedanke der Basisdemokratie es für sie nahelegt. StreetDogg hat das in →seinem SPQP-Post zum Ausdruck gebracht. Wenn die Liquide Demokratie innerhalb der Piraten ein Erfolgsmodell werden soll, dann müssen wir dieses Gefühl ernst nehmen, und in eine offene Diskussion eintreten, wie wir die offensichtlichen Probleme rausmachen und das System damit für möglichst viele akzetabel. Und aus dieser Akzeptanz ergibt sich dann die Legitimation. Ganz von selbst.

Ob jetzt die Einführung von „Partei-chen“ im Liquid ein Schritt in die richtige Richtung dazu ist, darüber hätte ich gerne diskutiert. Mit dem Initiator, mit Dir, mit allen die Argumente dazu auf den Tisch legen möchten.

Warum kommt diese Diskussion nicht zustande? Warum kommt diese Diskussion bei keiner der tiefliegenden Fragen wirklich zustande? Warum sind wir heute keinen Meter weiter auf dem Weg, als wir es vor einem Jahr waren?

Ich habe da so eine Vermutung…

Könnte es vielleicht daran hängen, dass wir übereinander bloggen, anstatt miteinander zu reden? Und sollten wir nicht versuchen, das mal umzudrehen: erst miteinander reden, und dann zusammen bloggen? →Hier passiert sowas…

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